Ehemalige Gedenkstätte

1973 wurden erste Vorschläge zur Errichtung eines Gedenkraumes in der SED-Kreisleitung Hainichen diskutiert. Dieser sollte als Ergänzung des bereits eingeweihten Ehrenmales dienen. Neben einem Abriss der „Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung des Kreises“, sollte vor allem die Geschichte des KZ Sachsenburg ausführlich dargestellt werden.

„Die Broschüre ‚Tausend Kameraden Mann an Mann‘ wird mit Mitteln der modernen Anschauung, wie Fotokopien, Tonband, Graphik, Dias im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.“
Staatsarchiv Chemnitz, SED Kreisleitung Hainichen 18. April bis 10. August, IV C-4/08/015, Vorlage vom 20.6.1973, Bl. 3

Weiterhin plante man einen Bildbericht über die Einweihung des Denkmals in die Ausstellung einzubinden.

Der Zugang zur Gedenkstätte befand sich an der Seite der Fabrik über eine kleine Treppe. Der Ausbau der ausgewählten Räume, so der Vorschlag, erfolgte durch die Betriebsleitung der Zwirnerei, dem Rat der Gemeinde Sachsenburg und SchülerInnen der POS Sachsenburg. Für den Ausbau der Räumlichkeiten bis zum 1. Mai 1974 veranschlagte man insgesamt 1500,- Mark.

Ein Blick in die Gedenkstätte in Sachsenburg. Im Hintergrund sind ein Teil der Ausstellung sowie der Dia-Projektor zu sehen.
Quelle: Privatarchiv Enrico Hilbert.

Im April 1978 resümiert die SED Kreisleitung Hainichen, dass der Gedenkraum im ehemaligen KZ Sachsenburg über 25 Sitzplätze verfüge und sich die BesucherInnen einen 20-minütigen Dia-Ton-Vortrag in russischer, polnischer und tschechischer Sprache anschauen können. Insgesamt hätten zudem bereits 6000 Personen die Gedenkstätte besichtigt.

Nicht zuletzt plante man die erneute und überarbeitete Veröffentlichung der Broschüre Tausend Kameraden Mann an Mann mit einer Auflage von 3000 Stück.

Mit der Auflösung des Betriebes wurde auch die Gedenkstätte geschlossen. Einige der Ausstellungsstücke wurden in das Kreisarchiv Hainichen verbracht, andere landeten im Müll.

Um 1992 gründete sich aus diesem Grund die „AG ehemalige Schutzhäftlinge des KZ Sachsenburg im Interessenverband der Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener Sachsen e.V.“. Im Oktober 1992 führten sie erste Gespräche mit dem Bürgermeister Sachsenburg‘s, dem Landrat, MitarbeiterInnen der damaligen Kommission für Zeitgeschichte und einem Mitarbeiter der damaligen Gauck-Behörde Frankenberg.

Anlass dafür waren zudem eine Schändung am Mahnmal in Sachsenburg und ein Artikel im Gemeindeanzeiger Sachsenburg & Irbersdorf am 4.4.1992, der die Geschichte des Konzentrationslagers in Frage stellte.

Die Bemühungen führten nicht zur Wiedereinrichtung der Gedenkstätte, jedoch brachte die Arbeitsgemeinschaft 1994 eine Broschüre mit dem Titel „Sachsenburg Dokumente und Erinnerungen“ heraus und erstellte eine Ausstellung, die seit 1998 im Schloss Sachsenburg zu sehen war. Seit 2002 wurden im Schloss Sanierungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt. Nach Unstimmigkeiten wurde es jedoch 2008 baupolizeilich gesperrt und ist seitdem für BesucherInnen nicht mehr zugänglich. Somit standen auch die Ausstellungsräumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung.

Seit einigen Jahren befindet sich die Ausstellung in einem Garagenteil auf dem Gelände des ehemaligen KZ Sachsenburg und ist somit für BesucherInnen nach vorheriger Anmeldung zugänglich.