Schloss Sachsenburg

1933

Am 2. Mai 1933 wurde eine Gruppe von 40 Häftlingen auf das Schloss in Sachsenburg verbracht. Sie kamen aus dem Konzentrationslager Plaue, aus den Chemnitzer Polizeigefängnissen und aus dem Amtsgerichtsgefängnis auf dem Kaßberg. Die Häftlinge mussten vom Schloss aus täglich in die Fabrik marschieren, um diese für die Inhaftierung von 1500 bis 2000 Menschen vorzubereiten. Dazu stellen sie unter anderem Betten und Tische her und demontierten die Maschinen.

Kostteilnehmerliste im Mai 1933
Bildunterschrift: In dieser Liste werden die Personen aufgeführt, die verpflegt werden müssen. Daraus geht hervor, dass ab 2.Mai 1933 40 „Schutzhäftlinge“ inhaftiert waren.
Quelle: Staatsarchiv Chemnitz 30044 Nr. 2402, Bl. 2
Postkarte -Schloß Sachsenburg- Gauführerinnenschule
Postkarte vom Juli 1942
Quelle: Privatarchiv Anna Schüller

Die Häftlingszahlen verdoppelten sich in dieser Zeit wöchentlich. Die Verlegung der Häftlinge in die Fabrik war zunächst für Ende Mai 1933 vorgesehen. Vermutlich wegen der bevorstehenden Einweihung der Gauführerinnenschule, wurden die Häftlinge bereits am 15. Mai in die Fabrik verbracht.

Ab Mai 1933 befand sich im Schloss Sachsenburg eine Gauführerinnenschule der Nationalsozialistischen Frauenschaft (N.S.F.) Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges dienten die Räumlichkeiten aus Außenstelle des Robert Koch Institutes. Hierzu wurde auf dem Schloss ein bakteriologisches Institut eingerichtet.

Seit 1945

Wenige Jahre nach Kriegsende nutzte man ab 1947 das Schloss als Jugendwerkhof. Er bestand insgesamt 20 Jahre. Anschließend brachte man hier Kinder im Kinderferienheim unter.

Nach 1990 wurde das Schloss kaum noch genutzt. Das Kuratorium Schloss Sachsenburg e.V. bemühte sich seit 2002 um die Sicherung des Gebäudes, welches jedoch 2008 schließlich scheiterte.

Heute steht das Schloss leer und ist für BesucherInnen gesperrt.